Stoßwellentherapie

Die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) wird in erster Linie zur Nierensteinzertrümmerung angewandt, jedoch wurden in den letzten Jahren vermehrt auch andere mögliche Anwendungsgebiete untersucht.

Dabei zeigten sich vor allem die Erektile Dysfunktion und chronische Schmerzsyndrome wie das Chronic Pelvic Pain Syndrome (CPPS; Chronische Prostatitis) als vielversprechend behandelbar. Auch Penisverkrümmungen (Induratio penis plastica) zeigen vor allem bei zugleich vorhandenen Schmerzen und  im Rahmen einer multimodalen Therapie Verbesserungen durch Stoßwellentherapie.



LI-ESWT bei Erektiler Dysfunktion

Die low intensity - ESWT (sog. Niedrig-Energie-Stoßwellentherapie) wird erst seit wenigen Jahren für die Therapie der Erektilen Dysfunktion eingesetzt und hat mittlerweile in Expertenkreisen einen festen Platz im therapeutischen Repertoire der Impotenzbehandlung gefunden. Sie ist vor allem dann sinnvoll, wenn eine organische Ursache für die Erektionsstörungen diagnostiziert wird. Solche organischen Ursachen von Erektionsstörungen sind insbesondere gefäßbedingte (vaskulären) Erektionsstörungen. Betroffen hiervon sind vor allem Männer, welche häufig noch andere Gesundheitsprobleme wie z.B. Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit (Angina pectoris, Herzinfarkt), Schlaganfall sowie periphere arterielle Verschlusskrankheit der Beine haben.

 

Stoßwellentherapie bewirkt lt. aktueller Studienlage eine Neueinsprossung von Blutgefäßen in das betroffene Gebiet (Neoangiogenese), weiters die Anregung von Vorläuferzellen (Progenitorzellen), eine unmittelbare Gefäßerweiterung (Vasodilatation, vermutlich durch NO-Freisetzung) und Nervenregeneration.

 

Aktuelle Studien haben auch gezeigt, dass selbst Patienten, die nicht mehr in ausreichendem Maße auf PDE5-Inhibitoren wie Sildenafil (Viagra), Tadalafil (Cialis), etc ansprechen, durch die Stoßwellentherapie wieder sensibel auf diese Therapien werden können.


(Quelle: Fode, Hatzichristodoulou et al Nature reviews Urology 2017: Low-intensity shock wave therapy for erectile dysfunction: is the evidence strong enough?)


Studien  über die Stoßwelle

Die aktuelle Studienlage beurteilt die Stoßwellentherapie vor allem bei der Behandlung der Erektilen Dysfunktion und der chronischen Prostataentzündung positiv. Bei der Behandlung einer IPP ist es im Rahmen einer multimodalen Therapie Teil einiger Therapiekonzepte.


Einen Auszug über die vielversprechenden Ergebnisse bieten folgende Publikationen:

"Low-intensity extracorporeal shock wave treatment improves erectile function: a systemativ review and meta-analysis" (Lu et al, European Urology 2017).

 

Low-intensity shock wave therapy for erectile dysfunction: is the evidence strong enough?  (Fode, Hatzichristodoulou et al Nature reviews Urology 2017)

 

Penile Low Intensity Shock Wave Treatment is Able to Shift PDE5i Nonresponders to Responders: A Double-Bild Sham Controlled Study (Kitrey et al, www.jurology.com)

 

"Statistically significant effects in comparison to Placebo" (Zimmermann et al, 2009)

Chronische Prostatitis

Die chronische abakterielle Entzündung der Prostata beschreibt chronische Schmerzen des Beckens, welche nicht durch eine bakterielle Infektion hervorgerufen werden. Vor einer etwaigen Stoßwellentherapie sollten daher infektiöse Ursachen ausgeschlossen werden. Die Symptome der chronischen Prostatitis sind vielseitig und reichen über Schmerzen beim Urinieren, häufigen oder schwachen Harndrang, Beschwerden beim Geschlechtsverkehr und/oder Samenerguss bis zu anderen unspezifische Schmerzen im Beckenbereich.


Die Stosswellentherapie bei Prostatitis erfolgt ultraschallgezielt und dauert nur ca. 15 Minuten, unerwünschte Nebenwirkungen sind keine bekannt. 

 

In der Regel werden sechs Behandlungen im Abstand von je einer Woche durchgeführt.


Ab November 2017 kann ich Ihnen diese Therapie gleich nach Anschluss an das Erstgespräch auch direkt in meiner Ordination in Wien 9 (nach Vereinbarung auch gerne in Mauerbach) anbieten. Vereinbaren Sie hierfür einfach online oder telefonisch einen Termin zur Erstuntersuchung vor Stoßwellentherapie in meiner Ordination.


Mehr Informationen zu Behandlungsmöglichkeiten der Erektilen Dysfunktion finden Sie auch auf der offiziellen Seite des Gesundheitsministeriums - www.gesundheit.gv.at